Sicherheit durch passende Ausrüstung

Ihr Kind muss zu seinen ersten Reitstunden nicht gleich komplett neu ausgestattet kommen! Die Sicherheit Ihres Kindes ist mir aber sehr wichtig, deswegen hier einige Tipps zur richtigen Ausrüstung:

 

Ihr Kind sollte witterungsgerecht gekleidet sein. Reiten ist ein Sport an der frischen Luft, und auch, wenn eine Reithalle zur Verfügung steht, so ist die Temperatur darin doch ähnlich der Außentemperatur - im Sommer eher kühler, im Winter aber eben auch nicht warm.

 

Das wichtigste ist ein gut passender Helm gemäß aktueller Norm (EN). Anfangs tut es auch erstmal ein gut passender Fahrradhelm; allerdings ist dieser eben auf Stürze vom Fahrrad ausgelegt, die anders aussehen als Stürze vom Pferd. Sollte Ihr Kind also nach einigen Probestunden beim Reiten bleiben wollen, sollten Sie ihm einen Reithelm kaufen. Im Reitsportgeschäft bekommen Sie hierzu eine gute Beratung. Ein Tipp von mir: Im Sinne der Sicherheit, kaufen Sie niemals einen gebrauchten Helm von Unbekannten (beispielsweise über das Internet); Sie wissen nicht, was der Helm schon erlebt hat! Nach einem Sturz vom Pferd sollte ein Helm stets professionell untersucht oder gleich ausgetauscht werden - manche Schäden sind von außen nicht erkennbar! Auch ältere Helme sind nicht uneingeschränkt zu empfehlen - nach 8 bis 10 Jahren sollte ein Reithelm generell durch einen neuen ersetzt werden.

 

Im Umgang mit dem Pferd muss immer festes Schuhwerk getragen werden, am besten über den Knöchel reichend. Tritt ein Pony Ihrem Kind versehentlich auf den Fuß, kann das in Turnschuhen oder gar Sandalen gravierende Folgen haben! Zum Reiten sollten die Schuhe zusätzlich über einen kleinen Absatz verfügen, damit die Füße Ihres Kindes nicht komplett durch die Steigbügel rutschen und so im Falle eines Sturzes festhängen. Geeignet sind neben Reitstiefeln (günstige Gummimodelle sind für 15 - 20 € zu haben) und Reitstiefeletten anfangs auch Gummistiefel, Wanderschuhe oder Winterschuhe.

 

Als Hose genügt zunächst jede lange, anliegende Hose, die das gesamte Bein bedeckt (notfalls Kniestrümpfe oder Strumpfhose drunterziehen - freiliegende Haut scheuert sich schnell wund!). Eine Reithose hat den Vorteil, dass sie innen am Bein keine Nähte hat, die reiben könnten. Außerdem sind inzwischen fast alle Reithosen vom Po an abwärts mit Anti-Rutsch-Beschichtung ausgestattet, um dem Reiter im Sattel mehr Halt zu bieten. Kaufen Sie bitte Reithosen nicht zu groß, es bilden sich sonst Falten, die die Haut ihres Kindes wundscheuern!

 

Das Oberteil sollte der Witterung angepasst und nicht zu weit sein. In einem zu lockeren Pulli oder einer dicken Jacke kann die Haltung auf dem Pferd nicht mehr klar erkannt und korrigiert werden. In zu dicker Kleidung wird Ihr Kind außerdem unbeweglicher, was die Sicherheit einschränkt.

 

Handschuhe sind beim Reiten sehr zu empfehlen. Spezielle einfache Reithandschuhe sind bereits für wenig Geld zu haben, es funktionieren zunächst aber auch einfache Fingerhandschuhe (bitte keine Fäustlinge!). Reithandschuhe verhindern Blasen an den Fingern vom Festhalten am Sattel und aufgeriebene Finger vom Halten der Zügel. Sollte es außerdem doch einmal vorkommen, dass ein Pferd Ihrem Kind den Führstrick oder die Zügel aus der Hand reißt, verhindern Handschuhe scheußliche Brandblasen. Aus diesem Grunde empfehle ich Handschuhe auch im Sommer!

 

Ein Rückenprotektor verhindert bei einem eventuellen Sturz vom Pferd schlimmere Schäden an der Wirbelsäule Ihres Kindes, deswegen ist er eine sehr sinnvolle Ergänzung der Ausrüstung. Ein solcher Protektor sieht ein bisschen aus wie ein Hummerpanzer und wird wie ein langer dünner Rucksack umgeschnallt. Lassen Sie sich zur Passform bitte unbedingt im Reitsportgeschäft beraten, ein zu großer Protektor ist schädlicher als gar keiner!

Von einer richtigen Schutzweste rate ich in der Grundausbildung von Reitern ab. Sie gleicht einem massiven Panzer und verhindert in kleinen Größen Bewegungen Ihres Kindes auf dem Pferd, die notwendig sind, um sein Gleichgewicht zu halten. So kommt es zu der paradoxen Situation, dass Kinder mit einer solchen Schutzweste eher vom Pferd fallen als ohne Weste und so un-sicher auf dem Pferd werden. Diese Schutzwesten sind für das Überwinden sehr hoher Hindernisse und vor allem für das Springen von festen Hindernissen im Gelände, die nicht umfallen können, falls das Pferd hängenbleibt, konzipiert und haben dort auch ihre volle Berechtigung. In der Grundausbildung empfehle ich sie nicht, aber natürlich liegt die Entscheidung bei Ihnen als Eltern.

 

Bitte achten Sie darauf, dass Ihr Kind anliegende Kleidung trägt, mit der es nirgends hängenbleiben kann, z.B. lieber ein geknotetes Halstuch als einen (Loop-)Schal. Außerdem sollte Ihr Kind beim Pferd keinen langen Schmuck (Halsketten, große Ohrringe, lockere Armbänder) und keine Fingerringe tragen, um Hängenbleiben zu vermeiden. Werden lange Haare zusammengebunden, hängen sie auch nicht dauernd im Gesicht und stören Ihr Kind in seiner Konzentration. ;-)

 

Sollten Sie noch Fragen zur Ausrüstung Ihres Kindes haben, kontaktieren Sie mich bitte!